Verdi und Die Beatles gemeistert – Kirchenkonzert 2001
Überaus stimmungsvolle Klänge präsentierte der Mandolinenverein Auenheim bei seinem Frühjahrskonzert.
Kehl-Auenheim. »Musik ist mehr, als wie in den Noten steht« – an diese Weisheit erinnerte die Vorsitzende des Mandolinenvereins Auenheim, Elisabeth Gockel, zu Beginn des Frühjahrskonzerts am Sonntagabend in der voll besetzten Auenheimer Kirche. In den folgenden anderthalb Stunden konnte sich das Publikum davon überzeugen, denn bei der feinfühligen Interpretation, mit der das Orchester unter Leitung von Jean Philippe Hummel an unterschiedliche Stilrichtungen heranging, war ganz einfach Atmosphäre zu spüren.
Die bekannte Ouvertüre von Giuseppe Verdis »La Traviata« eröffnete das Programm. Bemerkenswert bei dem Arrangement von Dirigent Hummel war besonders die gekonnte Nachahmung der Streichertremolos in der Einleitung.
Ein sehr gefühlvolles Werk hatte sich der Verein mit der »Pavane op. 50« von Gabriel Faure ausgesucht, einem Zeitgenossen von Camille Saint-Saens. Hier konnten vor allem die Solo-Flötistin Caroline Fritz und Konzertmeister Klaus Riebs an der Mandoline beeindrucken. Wie ein Band zog sich das getragene Hauptthema durch das ganze Stück – abwechselnd übernommen von Flöte und Orchester.
Brasilianische Melodik verbunden mit der Polyphonie von Johann Sebastian Bach kennzeichnen die »Bachianas Brasileiras« von Heitor Villa-Lobos. Um den Zuhörern diese gelungene Mischung nahe zu bringen, hatte das Ensemble die Aria aus der »Bachianas Nr 5« ausgewählt.
Zweier zeitgenössischer Werke nahm sich anschließend das Zupf-Ensemble Auenheim an. »Bagatelle, Kinderlied, Tanz« von Kurt Schwaen sorgten für tänzerische Stimmung; unverkennbar tritt in diesem Werk die Melodie des »Bi-Ba-Butzemann« hervor. Typisch fernöstliche Motive kamen In der »Suite nach japanischen Kinderliedern« von Siegfried Behrend zum Ausdruck. Den beiden gefälligen Darbietungen folgte sofort eine Zugabe: Mit »When I’m sixtyfour« von den Beatles bewies das Ensemble, dass auch Popmusik auf der Mandoline interessant klingen kann.


Beim Concertino Nr. 1 von Gustav Gunsenheimer tat sich Caroline Fritz ein zweites Mal als Solistin hervor; diesmal an der Altblockflöte. Begleitet wiederum vom gesamten Orchester, gab sie die schnellen Läufe des ersten wie die lang gezogenen Passagen des zweiten Satzes bravourös wieder. Einen besonderen Reiz besaß der Schlußsatz nicht nur aufgrund seiner musikalischen Frische, sondern auch der überraschenden Taktwechsel.

Mit der bekannten »Humoreske« von Antonin Dvorak setzten die Musiker ihr Programm fort; bevor sie sich zum krönenden Abschluss in die Welt der portugiesischen Armenviertel begaben. Zwei »Fado«-Kompositionen von Armando da Pina und F. Valerio ließen die Schwermut der Menschen spüren, die sich nach Liebe und einem würdigeren Leben sehnen. Vor allem die schöne, ausdrucksstarke Stimme von Sängerin Michelle Metzl verlieh dieser Darbietung eine einzigartige Atmosphäre.
Text und Foto: A.Gehringer
