Mandolinenklänge in der Kirche – Kirchenkonzert 2019
Zu einem gelungenen und gut besuchten Konzert hatte der Mandolinenverein Auenheim am vergangenen Sonntag in die Kirche eingeladen. Die Gäste erwartete ein grenzüberschreitendes Konzert – im wahrsten Sinne des Wortes.
Kehl-Auenheim. Gemeinsam mit ihren Freunden von der Sociéte des Mandolinistes et Guitaristes d’Illkirch-Grafenstaden unter der Leitung von Jean-Paul Noè und dem deutsch-französischen Ensemble Passerelle hatte der Mandolinenverein Auenheim das Programm gestaltet. Gesanglich unterstützt wurden sie von Gabie Reinbold aus Ostwald.
Es ist uns eine große Freude, heute mit euch musizieren zu können. Das nenne ich gelebtes Europa, merkte Johannes Mellein in seinen Begrüßungsworten strahlend an.
Mit mexikanischen Klängen zu dem Soundtrack Perdida aus der Feder von Chucho Navarro eröffneten die Musiker das Konzert.

Gabie Reinbold, die seit dem zehnten Lebensjahr Mandoline im Mandolinenverein Turino in Strasbourg-Neudorf spielt, bereichert seit 2018 verschiedene Konzerte mit ihrer Stimme. Wie kraftvoll ihre Sopranstimme klingt, stellte sie in Milord unter Beweis – Edith Piaf ließ grüßen. Gefühlvoll entführte Reinbold anschließen die Zuhörer ans Meer und ließ sie von dem Sonnenlicht un den Wolke, die sich in den Wellen spiegeln, träumen.


Auf nach Amerika
In seine Travel in Amerika, einem Triptychon für Gitarrensolo und Gitarrenorchester, beschreibt der italienische Songwriter Vito Nicola Paradiso Amerkia im Himmel, auf der Straße und im Zug. Kraftvoll die Mandolinen, untermalt mit zarten Gitarrenklängen. Gekonnt führte Dirigent Jean-Philippe Hummel seine Musiker durch die für sein Orchester bearbeiteten Stücke. Bevor die Plätze für die musikalischen Gäste geräumt wurden, verabschiedeten sie sich mit André Gagnons Wie am ersten Tag.
Zwischen Illkirch und Auenheim gibt es eine gewisse Schnittmenge, entstanden daraus ist das Ensemble Passerelle mit elsässischen und badischen Mandolinen- und Gitarrenspielern. Mit Contradanza, ein im 18. Jahrhundert populärer Musik- und Tanzstil, einer argentinischen Zamba bis zum Vals Peruano (spanisch: el vals, der Walzer) stellte das 2017 gegründete Ensemble seine Musikvielfalt unter Beweis.
Ein weiterer Gast des Abends war die Société des Mandolistes et Guitaristes d’Illkirch-Graffenstaden, das von Jean-Paul Noè dirigiert wird. Ihr Spiel im Indian Summer I & II, einer modernen Suite für ein Gitarrenquartett oder einen Gitarrenchor, ließ einen Hauch Melancholie aufkommen. Erinnerungen an einen zu kurzen Sommer und tanzende Blätter an einem stürmischen Herbsttag. Die Gäste waren begeistert.
Grande Finale
Das Konzert näherte sich dem Grande Finale. Mit Triomphe des Ailes von Mario Maciocchi, der selbst zeitlebens ein leidenschaftlicher Mandolinenspieler war und seine ganze Kraft der Mandolinenmusik widmete, beendete das Gesamtorchester, das von Jean-Philippe Hummel dirigiert wurde, das Konzert. Anhaltender Applaus hallte durch die Kirche. Die Zuhörer forderten vehement eine Zugabe.
Aus: Kehler Zeitung vom 04.06.2019
Autorin: Karin Bürk

