Gezupfte Reisebilder aus Italien – Kirchenkonzert 2000
Am Sonntagabend gab der Mandolinenverein Auenheim vor den vollbesetzten Reihen der Auenheimer Kirche sein traditionelles Jahreskonzert. Das zahlreich erschienene Publikum wurde in seinen Erwartungen nicht enttäuscht. Wie bereits in den Vorjahren war die musikalische Leistung hervorragend. Im abwechs- lungsreichen Programm waren Kompositionen aller Epochen vorhanden.
Kehl-Auenheim.Romantische Klänge bescherte die Bearbeitung des „Liedes an den Mond“ aus der Oper „Rusalka“ von Antonin Dvorak (1841-1904). Caroline Fritz übernahm den Part der Soloflöte und bewies ihre vielseitige musikalische Begabung, denn sie beherrscht nicht nur das Spiel auf der Block- und Querflöte, sie stellte mit der Basso-Continuo-Begleitung bei verschiedenen Stücken auch auf dem Cembalo ihr Können unter Beweis. Als weiterer Solist überzeugte Etienne Bereau mit seinem Fagott im Konzert F-Dur für Fagott und Zupforchester von Antonio Vivaldi (1678-1741).
Den 250 Todestag von Johann Sebastian Bach (1685-1750) würdigten Klaus Riebs und Anne Razov mit zwei Inventionen des Komponisten in der Bearbeitung für zwei Mandolinen.
Mit dem Zupf-Ensemble-Auenheim und den „Reisebildern aus Italien“, einem originalen Stück für Zupfinstrumente von Walter Kretschmar (1902-1976), konnten sich Italienreisende auf ihren Urlaub einstimmen. Hierfür waren die südlichen Mandolinenklänge mit Ihrem typischen Tremolo wie geschaffen. Das fünfköpfige Zupf-Ensemble wurde bei Dieter Kreidlers „Latin Groove“ durch Klanghölzer und sogenannte „Chicken shakes“ rhythmisch unterstützt.
Gegen Ende des zweistündigen Konzertes schickte Petrus nach einem wolkenverhangenen Tag ein paar Strahlen der warmen Abendsonne durch die Glasfenster der Kirche, als wolle er seiner Freude über die Mandolinenklänge aus Auenheim Ausdruck verleihen.

Einen schönen Abschluss des Konzerts bildete der berühmte Kanon D-Dur von Johann Pachelbel (1653-1706), den der Dirigent des Mandolinenvereins, Jean Phillippe Hummel aus Straßburg, wie viele andere Stücke auch selbst für Mandolinen umgeschrieben hat. Die Notwendigkeit der Bearbeitung vieler Stücke, die ursprünglich für eine andere Besetzung geschrieben worden sind, ergibt sich aus dem Mangel an Originalkompositionen. Selbst wenn Mozart und Verdi in ihren Opern „Don Giovanni“ und „Othello“ Mandolinen vorgesehen haben, sind vollständige Kompositionen ausschließlich für Mandolinen oder Zupforchester im Vergleich zu Kompositionen für Chor, Akkordeon- oder Blasorchester eher selten.
Für den tosenden Applaus des begeisterten Publikums bedankte sich der Mandolinenverein mit einer Zugabe. Mit einer Bearbeitung des bekannten Popsongs „A Whiter Shade Of Pale“ der Gruppe Procol Harum von 1967 endete das stimmungsvolle und abwechslungsreiche Konzert.
Text und Foto: Brigitte Hauser
