Eröffnungskonzert Kehler Kultursommer
Musikalische Reise zum Start
Der Mandolinenverein Auenheim gestaltete den Auftakt des Kehler Kultursommers. Auf der Seebühne am Altrhein im Rosengarten gab es viel Applaus für die Akteure und deren Programm.
Kehl. Mit einem ebenso abwechslungsreichen wie stimmungsvollen Konzert hat der Mandolinenverein Auenheim den Kehler Kultursommer 2026, der wieder ein buntes und vielfältiges Programm bietet, eröffnet. Unter der musikalischen Leitung von Jean-Philippe Hummel präsentierte das Orchester ein facettenreiches Programm, das Filmmusik, Musical, Pop und zeitgenössische Zupforchesterliteratur zu einer unterhaltsamen musikalischen Reise verband. Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher an der Seebühne im Rosengarten erlebten einen Abend, der durch stilistische Vielfalt, klangliche Präzision und große Spielfreude überzeugte.

Schwebende Klänge
Bereits der Auftakt ließ aufhorchen. Mit der einfühlsamen Titelmelodie aus Forrest Gump eröffnete das Orchester den Konzertabend in ruhigen, schwebenden Klängen. Alan Silvestris berühmte Komposition entfaltete ihre emotionale Wirkung eindrucksvoll und schuf eine konzentrierte Atmosphäre, bevor mit Armand Tournels Ouverture Provençale französisches Flair Einzug hielt.
Anschließend führte die musikalische Reise mit Ennio Morricones Filmmusik zu Once Upon a Time in the West in den Wilden Westen. Einen ruhigen Gegenpol bildete danach Escape des norwegisch-irischen Duos Secret Garden.
Dass sich diese Besetzung aus Mandolinen, Mandolen, Gitarren und Kontrabass längst nicht mehr nur der traditionellen Literatur widmet, bewies das Orchester im weiteren Verlauf des Programms eindrucksvoll. Mit der Popballade Sealed with a Kiss erklang zunächst ein gefühlvoll interpretierter Evergreen, bevor The Lord of the Dance den Altrhein mit temperamentvollen Rhythmen und irischer Lebensfreude erfüllte.
Für einen unterhaltsamen Akzent sorgte anschließend Manha Manha. In der Bearbeitung von Christopher Grafschmidt versteckten sich zahlreiche bekannte Werbejingles, die das Publikum mit sichtlichem Vergnügen herauszuhören versuchte.
2017 gegründet
Nach diesem kurzweiligen Programmpunkt übernahm das Ensemble Passerelle die Bühne. Die kammermusikalische Formation vereint Musikerinnen und Musiker aus Baden, dem Elsass und der Schweiz und steht seit ihrer Gründung im Jahr 2017 für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Zupfmusik.

Mit ihrem transparenten Klang setzte sie einen reizvollen Kontrast zum großen Orchester. Im Mittelpunkt standen mehrere Werke des Offenburger Komponisten Christopher Grafschmidt, der die deutsche Zupfmusik seit vielen Jahren maßgeblich prägt. Das energiegeladene Hau Ruck überzeugte ebenso durch rhythmische Präzision wie der humorvolle Zweiminutenwalzer. Auch Grafschmidts Bearbeitung des Jazzklassikers Somebody Loves Me sowie seine Eigenkomposition Skabbalabaster zeigten die große stilistische Bandbreite des Ensembles und wurden vom Publikum mit begeistertem Applaus belohnt.
Sensible Interpretation
Nach einer kurzen Umbaupause kehrte das große Orchester zurück. Mit Shallow aus dem Oscar-prämierten Film A Star Is Born gelang eine ebenso sensible wie ausdrucksstarke Interpretation der bekannten Filmballade. Anschließend sorgte ein Medley aus Andrew Lloyd Webbers Musical Starlight Express erneut für Begeisterung.
Mit Whitney Houstons One Moment in Time folgte ein weiterer emotionaler Höhepunkt. Die Hymne über Träume, Ehrgeiz und den Glauben an den entscheidenden Augenblick entfaltete in der Bearbeitung für Zupforchester eine besondere Ausdruckskraft und überzeugte durch ihren warmen Gesamtklang.
Zum Abschluss des offiziellen Konzertprogramms öffnete sich schließlich die Tür zu einer anderen Galaxie. Mit einem Medley aus der Welt von Star Wars verabschiedete sich das Orchester eindrucksvoll von den vielen Zuhörern, die an diesem Abend zum Altrhein gekommen waren. Neben Where No Mandoline Has Gone Before und The Inner Light erklang das berühmte Hauptthema der Filmreihe, das mit großer Klangfülle und orchestraler Dichte interpretiert wurde.
Der anhaltende Beifall führte zu zwei Zugaben. Zunächst erklang Adeles gefühlvolle und ruhige Ballade All I Ask, ehe der Klassiker Time to Say Goodbye den endgültigen Schlusspunkt des Abends setzte und sich die Musikerinnen und Musiker von ihrem Publikum verabschiedeten, natürlich nicht ohne noch einmal dafür mit großem Applaus bedacht zu werden.
Der Mandolinenverein Auenheim hat sich am Samstagabend wieder einmal mehr als musikalisch vielseitiges Ensemble mit hoher künstlerischer Qualität und spürbarer Spielfreude bewiesen und bot einen stimmungsvollen Auftakt des Kehler Kultursommers 2026.
AUS: Kehler Zeitung vom 04.08.2026
VON: Karin Bürk
