Ein Abend voller Musik, Erinnerungen und Dankbarkeit – 40 Jahre Jean‑Philippe Hummel
Mit einem festlichen Jubiläumskonzert ehrte der Mandolinenverein Auenheim am 31. Mai 2026 seinen langjährigen Dirigenten Jean‑Philippe Hummel, der das Orchester über vier Jahrzehnte geprägt hat wie kaum ein anderer. Mehr als 40 Musikerinnen und Musiker aus Auenheim, Appenweier, Basel, Illkirch, Neuweier, Offenburg, Renchen und Weil am Rhein bildeten ein einmaliges Jubiläumsorchester – ein Klangkörper, der eindrucksvoll zeigte, wie weit Hummels musikalische Handschrift reicht.

40 Jahre Jean Philippe Hummel Ein Abend voller Musik & EmotionenÜber 40 Musiker aus 8 Verein – ein Jubiläumsorchester! Musik von Bach, Ambrosius, Rota, Løvland & mehr
Ein Programm, das vier Jahrzehnte spiegelt
Das Konzert bot eine musikalische Reise durch Epochen, Stile und Klangwelten – sorgfältig ausgewählt und vielfach von Hummel selbst arrangiert.
- Under High Branches von Jeff & Michael Danna eröffnete den Abend mit einer atmosphärischen, naturverbundenen Klangsprache.
- Mit der Chaconne a‑moll von Hermann Ambrosius folgte ein Werk, das barocke Form und moderne Zupfmusik verbindet.
- Die berühmte Air aus Bachs Suite Nr. 3 erklang in einer feinfühligen Bearbeitung von Jean‑Philippe Hummel.
- Mario Maciocchis Le Triomphe des Ailes brachte Leichtigkeit und italienische Eleganz in den Kirchenraum.
- Ein besonderer Moment war das schwedische Volkslied Ack Värmland du sköna, kunstvoll arrangiert von A. Tsygankov, Anna Radomskaya und Jean‑Philippe Hummel – mit einer berührenden Solopartie von Anna Radomskaya.
- Mit Exodus (Ernest Gold) und Romeo & Julia (Nino Rota) erklangen zwei Klassiker der Filmmusik in Hummels charakteristischen Arrangements.
- Armand Tournels Ouverture Provençale führte in die Klangwelt Südfrankreichs.
- Die Suite Nr. 6 von Hermann Ambrosius verband barocke Tanzformen mit moderner Klarheit.
- Mit Escape und dem weltbekannten You Raise Me Up von Rolf Løvland endete das Konzert emotional und kraftvoll.
Ein musikalischer Weg über den Rhein
Die Laudatio begann mit einem Rückblick auf Hummels künstlerischen Werdegang: Nach Studium von Gitarre und Kontrabass und der Laufbahn als Musiklehrer stand der junge Straßburger 1982 erstmals als Bassist mit der Société de Mandolinistes et Guitaristes Strasbourgeois auf der Bühne. Bereits zwei Jahre später übernahm er dort den Taktstock – ein frühes Zeichen seiner besonderen musikalischen Begabung. Nach Auenheim kam er 1986 über Erwin Heidt, der einen Kontrabasslehrer suchte. „Nur ein Jahr wollte er bleiben“, hieß es in der Moderation – aus diesem Jahr wurden vier Jahrzehnte voller Musik, Engagement und Inspiration.
Ein Dirigent mit Herz, Humor und Handschrift
Neben den musikalischen Höhepunkten prägten vor allem die vielen Anekdoten das Bild des Jubilars: Seine legendären Sprüche („Babbelverein“, „Ich töt ä paar“, „knips Euch d’Saite ab“), seine spontanen Änderungen in Generalproben, seine elsässische Taktzählung „Ölf und Zwölf“ oder die berühmte Rundfunkaufnahme, zu der er verspätet erschien, weil seine Hündin Edina „schon druckt“.
Auch seine Spielfreude war unvergesslich – ob in mittelalterlicher Verkleidung in Montmorency oder als Flugkapitän der „Mandolin Air“.
Ehrung, Dank – und ein Publikum, das nicht sitzen blieb
Im Rahmen der Laudatio ernannte der Vorstand Jean‑Philippe Hummel feierlich zum Ehrendirigenten des Mandolinenvereins Auenheim e.V. – als Zeichen tiefen Respekts und großer Dankbarkeit. Das Publikum reagierte mit tosendem Applaus, der minutenlang anhielt, und erhob sich schließlich zu Standing Ovations, die den Kirchenraum mit spürbarer Wärme erfüllten.
Ein besonderer Dank galt auch seiner Frau Martine, die ihren Mann über 40 Jahre hinweg mit dem Verein geteilt hat. „Wir geben ihn dir heute, mit nur leichten Gebrauchsspuren, in treue Hände zurück“, hieß es liebevoll.

Mit „You Raise Me Up“ verabschiedete sich das Jubiläumsorchester von seinem Publikum – und von einem Dirigenten, der vier Jahrzehnte lang Herz, Humor und musikalische Exzellenz vereinte.
Zwei Zugaben als musikalisches Geschenk
Die Begeisterung des Publikums ließ das Jubiläumsorchester nicht ohne Zugaben von der Bühne. Zunächst erklang Ennio Morricones „Once Upon a Time in the West“ in einer farbenreichen, atmosphärischen Bearbeitung von Jean‑Philippe Hummel – ein Gänsehautmoment. Als zweite Zugabe folgte das innige „Mariä Wiegenlied“ von Max Reger, ebenfalls in Hummels Arrangement, das den Abend in stiller, berührender Schönheit ausklingen ließ.
Gemeinschaft, die trägt
Der 1. Vorsitzende Johannes Mellein dankte allen Musikerinnen und Musikern, die sich seit November auf das Projekt „Jubiläumsorchester“ eingelassen hatten, ebenso wie den vielen Helferinnen und Helfern hinter den Kulissen. Ein weiterer Dank galt der Kirchengemeinde, die seit Jahren den besonderen Klangraum der Kirche zur Verfügung stellt.

